Friends-International’s Haltung zu internationaler Adoption
Statement zu internationaler Adoption
Friends-International ist weder „pro” noch „contra“ internationale
Adoption. Wir sind der Auffassung, dass alle Entscheidungen
für die Kinder im besten Interesse der Kinder getroffen werden
sollten.
Internationale Adoption sollte Teil eines staatlichen Sozialsystems
für Kinder sein. Ein umfassendes Kinder- und Jugendhilfe-System
sollte ein Auge auf die Optionen für die Betreuung von gefährdeten
Kindern werfen, die nicht unter der Obhut ihrer leiblichen Eltern
stehen. Friends-International unterstützt die Position, dass
ein Kind von seiner Geburtsfamilie oder dem weiteren Familienkreis
aufgezogen werden sollte, wann immer es möglich ist. Wenn das
nicht möglich ist, sollten andere Formen von permanenter Betreuung,
in einem familiären Umfeld im Heimatland des Kindes, voll ausgeschöpft
werden. Zum Beispiel Pflegefamilien oder Adoption durch andere
Familien im näheren Umfeld oder im Land.
Internationale Adoption sollte als letzte Möglichkeit
in Betracht gezogen werden und nur nachdem
alle Optionen in einem familiären Umfeld im Land ganz ausgeschöpft
wurden.
Internationale Adoption sollte nur dann in Betracht gezogen
werden, wenn sie für das beste Wohl des Kindes
ist und nur wenn sie durch entsprechende gesetzliche
Wege erfolgt.
Dies ist eine international anerkannte Position, die auch
von UNICEF unterstützt wird.
Geschichtliches
Der Begriff internationale
Adoption beschreibt Vereinbarungen, die beinhalten, dass Kinder
das Land verlassen, in dem sie gelebt haben, um mit einer Familie
in einem anderen Land zu leben. Sie begann in großem
Maßstab in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und hat sich während
des Korea- und später des Vietnam-Kriegs, in denen große Zahlen
von Kindern Waisen waren oder von ihren Familien verlassen wurden,
weiter entwickelt. Zu dieser Zeit wurde internationale Adoption
als humanitäre Antwort der westlichen Ländern beschrieben.
Was sagt das Gesetz?
Internationale Standards sind sehr klar:
The Convention on the Rights of the Child besagt:
- In den Fällen von Trennung eines Kindes von seiner/ihrer Familie (Art. 9.1) oder Adoption (Art. 21), steht das Kindeswohl im Vordergrund.
- Die Familie ist das beste Umfeld für die Entwicklung eines Kindes (Präambel).
- Die Betreuung eines Kindes durch seine/ihre leiblichen Eltern hat Priorität (Art. 7.1, 8.1, 9.1, 18.1
- Regierungen und Gesellschaften sollten sich darauf festlegen, Familien den erforderlichen Schutz und Beistand zu bieten, damit diese sich um ihre eigenen Kinder kümmern können (Präambel, Art. 18.2, 26, 27).
- Kein Kind darf willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffe in seiner oder ihrer Famile ausgesetzt werden. Das Kind hat ein Recht auf den Schutz des Gesetzes gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen (Art. 16).
The Hague Convention on the Protection of Children and Cooperation in Respect of Inter-country Adoption und die UN Guidelines for the Alternative Care of Children (verabschiedet von der UN-Generalversammlung im November 2009) besagen beide, dass jedes Kind in einem familiärem Umfeld aufwachsen sollte und dass internationale Adoption dann zugelassen ist, nachdem alle Möglichkeiten einer angemessenen Unterstützung für das Kind – bei seiner/ihrer leiblichen Familie bleiben und Adoption im Land – berücksichtigt wurden.
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