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Friends-International’s Haltung zu internationaler Adoption

Statement zu internationaler Adoption

Friends-International ist weder „pro” noch „contra“ internationale Adoption. Wir sind der Auffassung, dass alle Entscheidungen für die Kinder im besten Interesse der Kinder getroffen werden sollten.

Internationale Adoption sollte Teil eines staatlichen Sozialsystems für Kinder sein. Ein umfassendes Kinder- und Jugendhilfe-System sollte ein Auge auf die Optionen für die Betreuung von gefährdeten Kindern werfen, die nicht unter der Obhut ihrer leiblichen Eltern stehen. Friends-International unterstützt die Position, dass ein Kind von seiner Geburtsfamilie oder dem weiteren Familienkreis aufgezogen werden sollte, wann immer es möglich ist. Wenn das nicht möglich ist, sollten andere Formen von permanenter Betreuung, in einem familiären Umfeld im Heimatland des Kindes, voll ausgeschöpft werden. Zum Beispiel Pflegefamilien oder Adoption durch andere Familien im näheren Umfeld oder im Land.

Internationale Adoption sollte als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden und nur nachdem alle Optionen in einem familiären Umfeld im Land ganz ausgeschöpft wurden.

Internationale Adoption sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn sie für das beste Wohl des Kindes ist und nur wenn sie durch entsprechende gesetzliche Wege erfolgt.

Dies ist eine international anerkannte Position, die auch von UNICEF unterstützt wird.

 

Geschichtliches

Der Begriff internationale Adoption beschreibt Vereinbarungen, die beinhalten, dass Kinder das Land verlassen, in dem sie gelebt haben, um mit einer Familie in einem anderen Land zu leben. Sie begann in großem Maßstab in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und hat sich während des Korea- und später des Vietnam-Kriegs, in denen große Zahlen von Kindern Waisen waren oder von ihren Familien verlassen wurden, weiter entwickelt. Zu dieser Zeit wurde internationale Adoption als humanitäre Antwort der westlichen Ländern beschrieben.

Allerdings begannen sich die Motivationen der Aufnahmeländer seit den 1970er Jahren zu ändern. Die Verfügbarkeit von kleinen Kindern zur Adoption in westliche Länder sank aufgrund der zusammenkommenden Effekte von erhöhtem Zugang zu Verhütungsmitteln, erweiterter Legalisierung von Abtreibung und erhöhter Akzeptanz von Alleinerziehenden. Nach und nach wurde internationale Adoption weniger durch humanitäre Hilfe begründet, als von der „Nachfrage“ von Familien, denen es in ihren eigenen Ländern nicht möglich war, ein Kind zu adoptieren, und die Entwicklungsländer als potenzielle Quelle von Kindern sahen. Es gab einen signifikanten Wandel von „Familien für Kinder“ zu „Kinder für Familien“, bestimmt von „Angebot und Nachfrage“. Internationale Adoption wurde so zu einem sehr komplexen und umstrittenen Thema.

 

Was sagt das Gesetz?

Internationale Standards sind sehr klar:

The Convention on the Rights of the Child besagt:

  • In den Fällen von Trennung eines Kindes von seiner/ihrer Familie (Art. 9.1) oder Adoption (Art. 21), steht das Kindeswohl im Vordergrund.
  • Die Familie ist das beste Umfeld für die Entwicklung eines Kindes (Präambel).
  • Die Betreuung eines Kindes durch seine/ihre leiblichen Eltern hat Priorität (Art. 7.1, 8.1, 9.1, 18.1
  • Regierungen und Gesellschaften sollten sich darauf festlegen, Familien den erforderlichen Schutz und Beistand zu bieten, damit diese sich um ihre eigenen Kinder kümmern können (Präambel, Art. 18.2, 26, 27).
  • Kein Kind darf willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffe in seiner oder ihrer Famile ausgesetzt werden. Das Kind hat ein Recht auf den Schutz des Gesetzes gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen (Art. 16).

The Hague Convention on the Protection of Children and Cooperation in Respect of Inter-country Adoption und die UN Guidelines for the Alternative Care of Children (verabschiedet von der UN-Generalversammlung im November 2009)  besagen beide, dass jedes Kind in einem familiärem Umfeld aufwachsen sollte und dass internationale Adoption dann zugelassen ist, nachdem alle Möglichkeiten einer angemessenen Unterstützung für das Kind – bei seiner/ihrer leiblichen Familie bleiben und Adoption im Land – berücksichtigt wurden.

 

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